Früher hatte ich Zeit und Geld
- heute habe ich einen Hund.

Anonym

Einige der Hunde, die wir in unserer Hundeschule kennenlernen durften, sind ehemalige Streunerhunde oder kommen aus Tötungsstationen. Inzwischen gibt es einen richtigen Markt für Hunde aus Süd- und Osteuropa und wir müssen leider immer wieder feststellen, dass es neben seriösen Tierschutzorganisationen auch einige Schwarze Schafe gibt.

Wenn Sie sich für einen Hund entscheiden, der ein ehemaliger Streuner war oder in einer Tötungsstation gesessen hat, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die vermittelnde Organisation seriös arbeitet.
Das lässt sich schon an einigen Punkten erkennen.
Nicht alle Menschen in Süd- und Osteuropa haben eine ablehnende Haltung zu Straßenhunden. Gute Tierschutzorganisationen arbeiten mit der Bevölkerung vor Ort, um im Heimatland zu versuchen, einen guten Platz für den Hund zu finden. Durch gute Lobbyarbeit erreichen sie oft, dass sich das negative Bild des Hundes in der Bevölkerung verändert..
Weiterhin wird versucht, in enger Zusammenarbeit mit Stadtverwaltungen und Tierärzten möglichst viele Hunde (und Katzen) zu kastrieren. Das Leben auf der Strasse ist nicht generell ein Problem, solange es immer wieder freundliche Menschen gibt, die Futterschüsseln rausstellen und die Tiere nicht gezielt verfolgt werden. Zum Problem für die Gemeinden wird es allerdings häufig, wenn die Hunde sich ohne Ende vermehren und mit Krankheiten untereinander anstecken.
Seriöse Tierschutzorganisationen prüfen sorgfältig das neue Zuhause des Hundes und schauen, ob der jeweilige Hund und die Interessenten zusammenpassen. Inzwischen ist die Hundeschwemme manchmal schon so groß, dass die Ansprüche an den neuen Platz immer weiter im Standard sinken. Sowie vorhersehbare und größere Probleme entstehen, landen diese Hunde dann hier in einem Tierheim.
Smilla, die türkische Ex-Stranddame
Der erste Schritt, wenn man sich für einen Hund entscheidet, der über eine der zahlreichen Tierschutzorganisationen nach Deutschland kommt, sollte eine sorgfältige Prüfung der jeweiligen Organisation sein. Fragen Sie genau nach, wie vor Ort gearbeitet wird, was für Kosten auf Sie zukommen, wie es ist, wenn sich zeigt, dass es im Zusammenleben doch massivere Probleme als erwartet gibt, usw.
Als zweites sollte man sich im Klaren darüber sein, dass man vielleicht mit Problemen zu tun hat, die Zeit und Geduld brauchen, um an einer guten Lösung zu arbeiten.
Viele dieser Hunde haben nie ein Haus von innen kennen gelernt, wissen nicht, was Treppensteigen ist, sind Menschen gegenüber vielleicht eher misstrauisch (vor allem Männern gegenüber!) und haben eine Vorliebe für Gelbe Säcke und andere Tüten, die Essbares enthalten.
Manche Menschen rufen uns an, weil der Hund nun schon eine Woche bei ihnen lebt und nicht „Sitz" macht, an der Leine zieht, nicht kommt, wenn man ihn ruft, jagt etc. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass diese Hund nie irgendetwas aus dem „Befehlsrepertoire" der Menschen gelernt haben, da es nie jemanden gab, der ihnen das beigebracht hat. Und es wäre zum Überleben auf der Strasse auch nicht wirklich wichtig gewesen, ein perfektes „Sitz" zu können…
Strassenhunde sind nicht immer automatisch tolerant im Umgang mit anderen Hunden. Oft waren andere Hunde eine lästige Konkurrenz bei der Futtersuche oder wurden als Bedrohung erlebt. Daher haben diese Hunde, wenn sie dann hier auf einmal in einer dicht bevölkerten Siedlung leben und beim Spazieren gehen an der Leine (= keine Fluchtmöglichkeit) viele andere Hunde treffen, permanenten Stress.
Es gibt einige Krankheiten, die häufig Hunde befallen, die in Südeuropa leben. Dazu gehören zum Beispiel Leishmaniose, Babiose und Ehrlichose. Eine gute Tierschutzorganisation macht einen Gesundheitscheck und informiert die zukünftigen Halter, ob der Hund evtentuell an einer der Krankheiten erkrankt ist. Man muss das als Besitzer wissen, denn Krankheitsbehandlungen sind immer mit Kosten verbunden und nichts ist ärgerlicher, als auf einmal vor vollendeten Tatsachen zu stehen.

Drei Freunde aus Griechenland


Bei all den auf den ersten Blick vielleicht negativ erscheinenden Punkten möchten wir an dieser Stelle doch unbedingt eine Lanze brechen für diese Hunde. Meine Hunde (Sabine Hoff) waren waschechte Streuner, die mich einige Nerven gekostet haben und doch mein Leben so bereichert haben.
Viele der Streuner, die wir mit ihren Menschen im Hundetraining hatten, haben sich wunderbar in ihrem neuen Zuhause eingelebt und sind großartige Begleiter fürs Leben geworden.

Wenn die Organisation, die hinter der Vermittlung steckt, gute Arbeit macht, dann kann sie Ihnen dazu verhelfen, einen tollen Hund zu bekommen.

Wir verweisen auf keine der Organisationen, da es inzwischen wirklich sehr viele in Deutschland gibt und wir keine Werbung für die ein oder andere Organisation machen wollen. Bei Fragen oder Zweifeln helfen wir Ihnen aber gerne weiter.
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